In eigener Sache

28 Sep

Meine werten Leserinnen, die mir noch wohl gesonnen sind (nach der Lektüre sicherlich nicht mehr, aber das juckt mich nicht)! Es freut mich ungelogen immer wieder aufs Neue, wenn sich auch ab und an eine deutsche Leserin auf meinem englischsprachigen Blog verirrt. Ihr seid gern gesehene Gäste, die ich am liebsten mit Kaffee/ Tee und Keksen bewirten würde, doch die Tatsache, dass wir uns im virtuellen Raum bewegen, verhindert ein ausgeprägtes Gastfreundschaftsritual. Reicht auch ein von Herzen kommendes Danke? Ich hoffe es.

In dem Kontext gebe ich zu, dass ich mich in Grund und Boden schämen sollte, weil ich meiner Muttersprache zu wenig Platz einräume. Nicht dass ich diesbezüglich mit etwaigen Artikulationsschwierigkeiten zu kämpfen hätte… Im Gegenteil, wer meine Testberichte für Pinkmelon (Unbedingt besuchen und Mitglied werden! Der Link ist in der Linkliste!) gelesen hat, hätte nach den ersten beiden Sätzen erkennen müssen, dass ich schriftlich inkontinent bzw. eloquent bin. Zu verdanken habe ich diese ausgeprägte Liebe zum Schreiben meinem phantastischen, ehemaligen Oberstufen-Deutschlehrer, der mir durch seine alternativ und fast dadaistisch einzustufende Unterrichtsmethode die Besonderheiten der deutschen Sprache in allen Formen und Farben nahebrachte. Wie dem auch sei, die Entscheidung, das Blog auf Englisch zu führen hatte folgende Beweggründe. Zum einen möchte ich mir meine Englischkenntnisse bewahren, da sie in einer globalisierten Welt unumgänglich geworden sind. Zum anderen möchte ich auch meinen ausländischen Besucherinnen die Möglichkeit geben, sich über in Deutschland erhältliche Beauty-Produkte im Drogeriebereich zu informieren. Man kann schließlich nicht verlangen, dass jeder das Goethe-Institut besucht hat und perfekt in Wort und Schrift ist. Das mag der Außenstehende eventuell als unklugen Schachzug abtun, für mich ist es dennoch sinnvoll, auch wenn ich nicht gerade gigantische Besucherzahlen vorweisen kann. Aber vielleicht sind jene Zahlen, die nebenbei bemerkt äußerst abstrakt sind, weil ich damit kein Gesicht in Verbindung bringen kann, sekundär, wenn man bedenkt, dass ich mehr Wert auf die Qualität im Rahmen der Interaktion legen möchte.

Interessiert es euch denn nicht, wer kommentiert, also Kommunikationsansätze hervorbringt? Ich gebe zu, dass ich die Vorstellung, eine nicht zu überblickende Menge an Kommentaren ob meines chronischen Zeitmangels nicht managen zu können, erschreckend finde.  Bevor der Vorwurf im Raum steht, dass ich meine LeserInnen grob vernachlässige und allgemeine Allsätze bzw. Standardantworten für meine Defizite liefern muss, suche ich von vornherein den Kontakt zu einem übersichtlichen Kreis von Lesern.

Allerdings schützt dies nicht davor, dass meine Werke, insbesondere die Fun Looks, die offensichtlich nur einen Teil meines Repertoires ausmachen, stets misinterpertiert werden. Sagt mal, wie kommt man eigentlich darauf, dass ich damit ständig herumlaufe? Ich stelle mir gerade bildlich vor, wie ich morgens 1-2 Stunden lang an meinen Augen herumhantiere, jedoch in meinem Pyjama stinkend wie ein Fisch auf die Straße muss. Die Augen toll-der Rest eine optische Katastrophe. Eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses wäre mir damit auf jeden Fall sicher. Bravo! Auf meine alten Tage werde ich kriminell, wer hätte das gedacht?🙂

Nochmal zum Mitschreiben: Meine Fun Looks entsprechen einem unterhaltsamen Intermezzo, das den schönen Nebeneffekt des bedachten Aufbrauchens von Kosmetika hat. Rein zufällig male ich seit Kindesbeinen an und stelle mich gerne solchen Herausforderungen. Andere betreiben mit stoischer Gelassenheit Malen nach Zahlen, während ich neue Medien suche. Was ist daran verwerflich? Falls ich Neid schüren sollte, so ist das nicht meine Absicht. Ich möchte keine Dame bloßstellen, die mit Lidschatten und Co. auf Kriegsfuß steht. Des Weiteren habe ich nicht vor, jede Frau zu Make-ups der dritten Art zu bekehren. Gebe ich Trends vor? Bin ich ein Guru? Wozu? Was habe ich davon? Zudem verdiene ich nicht daran – weder bezahlte Aufträge noch Lobeshymnen. Stattdessen ernte ich Kommentare in einigen Beauty Foren (ich werde klugerweise keine Namen nennen) von “riesiges Muttermal” über “Aber so würde ich eh nicht rumlaufen wollen – und ihr steht das auch nicht gerade gut…” bis hin zu “kindisch”. Zu Letzterem: Hallo? Wie bezeichnet ihr denn die kitschig-naiven Nagel-Designs, Kuscheltiere oder Dekorationselemente (bspw. Plüschherzen), die bei euch sicherlich in irgendeiner Ecke zu entdecken sind? Was ist dann erst Dawanda? Die Perversion oder Karikatur eines Kindergartens? Wer im Glashaus sitzt, … aber na ja, was erwarte ich von oberflächlichen Waschweibern mit Tunnelblick?

Ganz unter uns, da vergeht selbst mir die Freude am Skurrilen. Dreimal dürft ihr raten, warum ich einen frühzeitigen Blogexitus in Erwägung gezogen habe, obwohl ich mit meinem sehr speziellen Blog bereits zu den alten Hasen zu zählen bin? Wegen Spaßtötern, auch bekannt als scharfe, pseudo-erwachsene Kritiker, die sich selbst daran nie auspobiert haben, aber es immer besser wissen wollen.. Kinners, ein kleiner Tipp, wordpress lässt mich wissen, wer mich verlinkt. Rein zufällig verstehe ich Deutsch. Ach nee, ich kann nur Japanisch, allerdings auch nur das umgangssprachliche. Ernsthaft, dass die Welt an zwanghafter Lästeritis leidet, kann ich auch nicht ändern, aber vielleicht kann ich meinen wohl und übel gesonnenen Leserinnen ein Verlinkungsverbot, die Fun Looks betreffend, mit auf den Weg geben.

Behaltet eure echte oder vorgetäuschte Begeisterung am besten für euch, bevor ihr Threads mit meinen kuriosen Schmierereien oder mittlerweile Scherereien als ultimative Aufhänger startet, die letztendlich von negativen Meinungen dominiert werden (Erfahrung macht klug) – zumal meine Experimente, faktisch gesehen, nicht jederfraus und -manns Sache sind. Geschmäcker sind verschieden und scheinbar ist das Leseverständnis auch bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Da dieser Aspekt nicht mehr in meinen Zuständigkeitsbereich gehört, werde ich ihn nicht weiter vertiefen.

Im Übrigen könnte ich auch zahlreiche Beispiele für absolut miserabel ausgeführte und repetitive, angeblich kreative Augen-Make-ups auf unzähligen Blogs anführen, bei denen sich mir jedesmal aufs Neue die Frage stellt, warum sie frenetisch bejubelt werden. Wegen der Ausführung? Aha, und wo ist die Abwechslung? Wo das Innovative? Wo der Originalitätsfaktor? Doch anstatt zu lästern, lege ich jene im Endeffekt belanglosen Super-GAUs der Beauty-Blog-Landschafts ad acta und widme mich essentielleren Dingen, wie z.B. meiner an Demenz erkrankten Mutter oder meinen echten Freunden, die mich so nehmen wie ich bin. Jeder nach seiner Facon.  

Summa summarum möchte ich nicht ewig und drei Tage lang den im Grunde genommen einfach zu verstehenden Sinn der Fun Looks erläutern. Wie wäre es stattdessen mit dem Sinn des Lebens? Darüber lässt sich zwar auch streiten, aber wenigstens könnte ich mich damit herausreden, dass ich aufgrund einer eingeschränkten Gehirnkapazität zu solch abstrakten Denkleistungen oder Diskursen nicht fähig sei.🙂

Danke für eure Aufmerksamkeit und euer Verständis für das Verlinkungsverbot in bezug auf die Fun Looks.

Hofknicks, Mylanqolia

To my trusty readers: I’ll answer you very soon.

Hugs from a busy Mylanqolia

7 Responses to “In eigener Sache”

  1. Guida September 28, 2009 at 11:27 pm #

    Hey, this isn’t fair!😛 I want the translation, pleaseeee ;_;

  2. Guida September 29, 2009 at 1:14 pm #

    Wow, the new layout rocks! I love the header😀 Well, your blog looks much better now, it looks more like you ^^ I’d love to draw like you:\

    I’m waiting for news ;D

    **

  3. JuJu October 21, 2009 at 11:26 am #

    Ich bin grade erst auf deinen Blog gestoßen…finde deine Fun-Make Ups super interessant…klar nicht zum öffentlichen tragen aber eben toll und kreativ…

    UUUUUnd ich fnde das was du hier geschrieben hast unglaublich toll…endlich mal jemand, der keine Angst davor hat mal ordentlich (sowohl von der Ausdrucksweise als auch den genannten Dingen) die Meinung zu sagen…^^

    • mylanqolia October 23, 2009 at 6:18 pm #

      Hallo Julia! Herzlich Willkommen in meiner verrückten Welt. Ok, ich übertreibe, denn im Endeffekt geht’s hier auch recht behäbig zu. Vielen Dank übrigens, dass du meine Meinung teilst und zudem meine Spaß-AMUs nicht gnadenlos verreißt. Das ermutigt mich wiederum weiterzumachen und die Sehnerven meiner lieben Besucherinnen aufs Neue herauszufordern.😉 LG

  4. JuJu October 24, 2009 at 2:50 pm #

    Hi again…^^

    weißt du…ich wohne in sonem provinznest und hier wird man schon gefragt ob man mal wieder in den Tuschkasten gefallen ist, nur weil man mal eine normale gelb-grün Kombi auf dem Auge hat…ich wäre wohl die letzte die meckert und ich finde die Spaß-Amus wirklich toll…das soll dir erstmal jemand nachmachen…sone tollen Bildchen auf einer ja doch recht begrenzten Fläche…also weiter so *smile*

    • mylanqolia November 4, 2009 at 12:35 am #

      Hallo auch, liebe Julia! Besser spät als nie…😉 Beim Wörtchen “Provinznest” werde ich immer sehr hellhörig. Ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass du’s dort nicht leicht hast und wie eine Art weibliche Don Quijote gegen menschliche Windmühlen kämpfst. Lass dir bloß den Spaß an deinen farbenfrohen Kombis nicht durch Pappnasen mit Sehstörungen vermiesen! Die werden nämlich nie kapieren, dass das Leben bunt ist und jeder Mensch anders ist. Klaro wird’s auch weiterhin beknackte Motive auf meinem Augenlid geben. Schließlich sind sie zu so einer Art Selbsttherapie geworden.;-) Viva la revolucion del maquillaje oder es lebe das Make up!;-)

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  1. A letter to my haters « MylanQolia's Make Up Massacre - March 1, 2010

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